Polizei und Modell
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Fahrzeugumbau Mercedes-Benz Vario GruKw V

Das auch im kleinen Maßstab 1/87 Polizeifahrzeuge noch aus Umbauten entstehen können zeigt hier im Rahmen seines Umbauberichtes von 2015 Pascal Seibel für polizeimodell.de

Oftmals sind originalgetreue Polizeimodelle nicht zu bekommen oder müssen nachgearbeitet werden, um wirklich die exakte Kopie eines Orginals en Miniature zu bekommen.

 

Bei den deutschen Polizeien findet man als Gruppenkraftwagen (GruKw) sehr häufig den Mercedes- Benz Vario mit mittellangem Radstand und einer Einzeltüre am Heck.

Möchte man dieses Fahrzeug als Modell besitzen, muss selber gebaut werden. Von der Firma Herpa gibt es nur den "Langen Radstand" zu kaufen. Das Grundmodell der konkurierenden Firma Busch hingegen ist in der Ausführung zu grob und hat ein unpassendes Heck.

Ich habe mich für den Umbau entschieden, das Herpa-Modell als Basis zu nehmen. Beim Kauf des Grundmodells sollte man darauf achten, dass das Heck geschlossen ist, d.h. keine Fenster aufweist.

Bevor es ans Ändern geht, ist erst einmal Zerlegen angesagt. Der nur gesteckte Kühlergrill wird nach Vorne ab und der Rest nach Unten herausgezogen. Zum Glück sind die Modelle in der Regel gesteckt.

Nun fängt man an, den Radstand zu kürzen. Das Dach des Vario ist in vier Elemente eingeteilt. Das Dritte von hinten (siehe Markierung!) wird entfernt. Hierzu eignet sich am Besten eine feine Resinsäge. Die Schnitte sollten so gesetzt werden, dass lieber später ein Bischen abgefeilt werden muss, als dass zu knapp bemessen ist

Nach den zwei Schnitten hat man also drei Teile. Das Mittlere wird nicht mehr benötigt. Die Kanten müssen jetzt etwas glatt geschliffen werden.

Danach kann das Modell zusammengeklebt werden. Nach dem Kleben sollten alle Schnitte und ggfs. die Löcher der Blaulichter zugespachtelt werden.

Als Nächstes sind die Seitenfenster dran, je drei pro Seite. Diese weren nach dem Anzeichnen ausgefräst, am Besten mit einem Dremel oder ähnlichem Werkzeug, dabei darauf achten, dass es nicht zu heiß wird. Sonst schmilzt unser Modell dahin... Sollte schon ein Fenster im Grundmodell vorhanden sein, sollte man es durch Nachfeilen den selbst gefrästen Öffnungen anpassen, um ein einheitliches Bild zu erhalten.

Für die Fenstergröße orientiert man sich entweder an dem etwas vergrößerten Seitenfenster oder, wenn keins vorhanden, an den wie Eingangs beschriebenen Dacheinheiten/-unterteilungen. Ein Fenster = 3 Längsstreifen einer Einheit. (Für die perfekte Größe ca. 1mm kleiner als eine Einheit)

Beim Fräsen mit einer Maschine sollte darauf geachtet werden, dass man nicht abrutscht, da so ein Fräskopf sonst leicht mal das ganze Modell zerstört.

Nach dem groben Ausschneiden der Fenster, sollte mittels einer Schlüsselfeile das jeweilige Fenster perfekt rechteckig gestaltet werden. (Für eine originale Optik müssen die Fensterwinkel noch mit Rundungen versehen werden.Hier ist kein exakter 90 Grad Winkel!)

Nachdem diese Bauschritte abgeschlossen sind, muss noch eine Hecktüre angedeutet werden. Dafür wird ebenfalls die Resinsäge eingesetzt. Die Breite der Türe muss der Breite der Kennzeichenvertiefung am Heck entsprechen. Das Türfenster wird ebenfalls ausgefräst und nachgefeilt. Der alte Schlitz der Doppeltüre wird zugespachtelt und die Scharniere rechts und links mit einem Bastelmesser entfernt. Die Kante zwsichen Rumpf und Dach sollte bestenfalls nicht beschädigt werden. Es empfiehlt sich für alle zu setzenden Schnitte, diese vorher mit Klebeband anzukleben,um so eine Schnittschiene für gerades Arbeiten zu bauen.

Da die Aussparungen für die Radläufe nun nicht mehr stimmen, bzw. nicht mehr vorhanden sind, müssen neue geschaffen werden. Dafür eignet sich am Besten eine Schablone (aus dem Radkasten) eines alten zersägten Varios, wie im Bild zu sehen ist. Ansonsten einfach den Radlauf, der an der Bodenplatte befestigt ist, anzeichnen und vorsichtig ausfeilen. WICHTIG! Auch hier gilt: lieber zu wenig ausfräsen und nachfeilen, als zuviel heraustrennen!

Der Radlauf sollte mittig zwischen dem zweiten und dritten Fenster sein. Also immer wieder die Schablone ansetzen bis er perfekt passt.

Die Bodenplatte muss nun auch an den neuen Radstand angepasst werden. Hier heißt es: immer wieder abmessen und ausprobieren. Das Scheibeninlet des Basismodells ist ebenfalls zu kürzen. Auch hier gilt: vorher abmessen! Die Kunststoffscheiben niemals mit Sekundenkleber fixieren!

Das hintere Fenster ist beimOriginal geschlossen und sollte vorher weiß lackiert werden. Getönte Scheiben wurden vorher schwarz lasiert.

Wenn Alles gut geschliffen ist, kann das Modell, dem großen Vorbild entsprechend, lackiert werden -weiß, oder für Berlin silber.

Nach dem Lackieren kann man noch Fenstergummis mit einem dünnen Pinsel und schwarzer Farbe nachziehen. Es empfiehlt sich aber, dies vorher einmal an einem Restobjekt zu üben, bevor man sich das bisherige Bastelergebnis zerstört. Decals für Vario-Umbauten gibt es derzeit noch nicht im Handel, sodass hier auf die Restekiste zurück gegriffen werden mußte.

Nun kann das Modell wieder zusammengesteckt werden. Über den Blaulichtern des Originals finden sich oft Astabweiser, welche für das Modell aus Draht gebogen wurden. Die Variante der Bundespolizei weist zudem noch drei Platten auf dem Dach auf, die aus Polisterolplatten ausgeschnitten werden können.

Hier das fertige Miniaturmodell mit Antennen (angemalte Pinselhaare), Seitenblinkern, Heckblinkern und Aussenspiegeln.

Die Blaulichter, Frontblitze und Türsterne stammen aus dem Modellbahnzubehörhandel.

Zuguterletzt noch zwei Fotos des Originals...

Text und Bildmaterial unterliegen dem Copyright von www.polizeimodell.de und Pascal Seibel !

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